Prämiensparen wird der Sparkasse Anhalt-Bitterfeld zu teuer. 

Die Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld hat ca. 2.000 Sparern ihres Hauses mitgeteilt, dass sie die sehr gut verzinsten Sparverträge des Produktes "Prämiensparen flexibel" nicht mehr weiterführen möchte und daher kündigt. Dabei hat die Sparkasse Verträge im Auge, die bereits eine lange Laufzeit und damit hohe Renditen aufweisen. Denn neben dem variablen jährlichen Zins ist eine jährlich bis auf 50 Prozent steigende Verzinsung als Bonus auf die Sparrate vorgesehen. 

 

Die Sparkasse Anhalt-Bitterfeld begründet die Vertragsauflösung in ihrem Kündigungsschreiben mit der anhaltenden Niedrigzinsphase, bietet jedoch zeitgleich den Abschluss eines Festgeldkontos mit Verzinsung und einer maximalen Laufzeit von drei Jahren an. 

 

Die Sparverträgen sahen keine feste vertragliche Laufzeit für die Sparverträge vor, so dass nach Auffassung der Sparkassenjuristen eine dreimonatige Kündigungsfrist zum Tragen kommt. 

 

Verbraucherschützer der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt und Verbraucher-Juristen sehen dieses anders. Sie halten die Kündigung womöglich für unwirksam, da die Sparkasse die Möglichkeit eines vorzeitigen Ausstieges aus dem Sparvertrag sucht, bevor der Sparer die Erträge aus der jährlich steigenden Verzinsung erreichen kann. Dieses widerspräche der ursprünglichen Idee des Sparvertrages.

 

Der Fall erinnert an die von der Sparkasse Ulm im Juni 2013 gekündigten Scala-Verträge. Auch hier wollte sich eine Sparkasse von hochverzinslichen Sparverträgen in einer Niedrigzinsphase lösen. Das OLG Stuttgart erteilte der Sparkasse Ulm jedoch ein Absage. Laut einem Presseartikel der Südwestpresse haben sich die Parteien im Februar 2016 gütlich geeinigt. 

 

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